Aristoteles, Einstein und Co: Eine kleine Geschichte der Wissenschaft in Porträts
von



 
Interessante Idee, schwache Umsetzung
• • • • •   (bewertet mit 3 von 5 Punkten)

26 Wissenschaftler, von der Antike bis in die Neuzeit, von Aristoteles bis R.P.Feynman, stellt der Professor der Geschichte der Naturwissenschaftlen in diesem Band vor. Ca. 15 Seiten verbleiben somit für jeden Wissenschaftler, aufgeteilt auf eine Einleitung, eine Schilderung des weltgeschichtlichen Rahmens und auf die eigentliche Schilderung der Biographie und der wissenschaftlichen Leistung - nicht gerade viel für diese besonderen Personen, die neben ihren beruflichen Erfolgen auch oft ein bewegtes Leben mitgemacht haben. Durch diese Kürze schafft der Autor es zwar, viele Wissenschaftler in (ziemlich populärwissenschaftlichen ) Abhandlungen vorzustellen, dagegen verbleibt dann teilweise zu wenig Platz, um ihre Theorien adäquat wiederzugeben: Vielleicht wäre es hier vernünftiger gewesen, die historische Einordnung zu streichen, denn daß der Apotheker Pemberton 1886 erstmals Coca Cola herstellte oder daß die Balfour-Deklaration "die Bildung einer nationalen jüdischen Heimstätte in Palästina" befürwortet hat, ist zwar prinzipiell sehr interessant, scheint mir aber doch nicht allzuviel zum Verständnis des Werkes und der Person von Niels Bohr beizutragen. Den Platz hätte man besser verwenden können.

Viel ärgerlicher sind aber die teilweise sehr schwammigen Formulierungen (vor allem die Physik betreffend), einige Fehler (der Autor scheint mit der modernen Physik etwas auf Kriegsfuß zu stehen) und die teilweise äußerst subjektiven Beurteilungen: "..so stellt man in Feynman ... die platteste Banalität in Kunst und Philosophie fest." Teilweise wird es gar kurios: "Wie oben erwähnt, glaube ich, daß die Faszination, die die Radioaktiviät ausübt, psychologische Gründe hat und mit dem Wandlungsprozeß zu tun hat, den das Atom durchmacht: Ein aktives Zentrum ("Ich") wird umgewandelt, und das ganze spielt sich in einem Bereich der Wirklichkeit ab, der unserer Wahrnehmung so unzugänglich bleibt wie das Unbewußte." Naja.

Trotzdem ist das Buch nicht schlecht, die Konzeption ist interessant, der Autor erzählt viele nette Einzelheiten zu den Personen und schreibt im Allgemeinen auch recht unterhaltsam. Nur die vielen kleinen Fehler sind insgesamt gesehen doch ein Ärgernis.
Eine Rezension von "dhcmrlchtdj" >
vom 18. Juli 2001
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