Internationale Migration: Flucht und Asyl (Grundwissen Politik)


 
Migration als politikwissenschaftliches Problemfeld
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Rezension bezieht sich auf: Internationale Migration - Flucht und Asyl (Taschenbuch) Dieser Band ist ein politikwissenschaftliches Standardlehrbuch zur Migrationsproblematik. Es ist für denjenigen interessant, der sich im Rahmen des Studiums mit Fragen der internationalen Migration auseinandersetzt und sich einen Überblick über das Problemfeld verschaffen will. Für den allgemein Interessierten kann es nicht uneingeschränkt empfohlen werden, da bereits sozialwissenschaftliches Grundlagenwissen vorausgesetzt wird. Das Buch ist in drei Teile aufgeteilt. Der erste Teil beschäftigt sich mit dem Zusammenhang von Migration und Flucht. Ausgehend von den "Horrorszenarien der neuen Völkerwanderungen" geht Nuscheler ausführlich auf die Ursachen und die "strukturellen Schubkräfte" von Migration und Flucht ein. In den beiden letzten Abschnitten des ersten Teils wird versucht, das Flüchtlingsproblem als ein "Weltordnungproblem" einzustufen und die bestehenden Strategien zu seiner Lösung aufzuzeigen. Die verschiedenen entwicklungspolitischen Präventionskonzepte werden vorgestellt. Teil zwei beschäftigt sich mit der Ausländer- und Asylpolitik in Deutschland. Der Schwerpunkt liegt dabei auf juristischen Problemstellungen, insbesondere Fragen des Asylrechts und der politischen Durchsetzbarkeit seiner Verbesserung. Im dritten Teil wird versucht, die Herausforderungen an Deutschland und Europa zu skizzieren. Es geht um die Frage, ob heute noch ein Bedarf nach Einwanderung festzustellen ist. Erfreulicherweise thematisiert Nuscheler auch die Frage nach der multikulturellen Gesellschaft und der offenen Republik, denn erst vor diesem Hintergrund kann überhaupt nach der realen Bedeutung von Einwanderung gefragt werden. Einen ganzen Abschnitt verwendet Nuscheler auf das Problem der Fremdenfeindlichkeit und den Versuchen seiner Erklärung. Klare Antworten darf man gleichwohl an dieser Stelle nicht erwarten. Der Leser bleibt insbesondere auf diesem Problemfeld ebenso schlau wie vor der Lektüre. Im letzten Abschnitt versucht Nuschelerm, Defizite der europäischen Politik auszuzeigen und gleichzeitig entwicklungspolitische Handlungspotentiale vorzustellen. Der Band schließt mit einem Plädoyer für ein internationalen Migrationsregime. Es muß darauf hingewiesen wird, daß das Anliegen des Bandes nicht daran besteht, die Wanderungsprozesse der Gegenwart als Teil der weltgesellschaftlichen Transformation zu hinterfragen. Es geht dem Autor vielmehr darum, den politikwissenchaftlichen Forschungsstand auf diesem Problemfeld zu reproduzieren. Dieses Lehrbuch bleibt deshalb oberflächlich ist nur geeignet, um sich einen Überblick über den Forschungsstand zu verschaffen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 17. August 1999
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