Schwarzbuch Banken. (Taschenbuch)
von Christiane Oppermann


 
Rezensionen:
Hier ein Euro, da ein Euro -- welcher Bankkunde hat sich nicht schon über irgendwelche Bankgebühren geärgert, die ihm beim Zugriff auf sein sauer Verdientes oder bei Transaktionen -- und sei es bei der Abhebung des zuvor Eingezahlten -- angelastet werden. Dass die Abzocke der Banken in Gelddingen System hat und strategisch geschickt und langfristig geplant war, zeigt dieses Buch von Christiane Oppermann.

Die Autorin geht mit der Branche hart ins Gericht. Allein die Aufzählung von Fakten, die fundiert mit einem Quellennachweis belegt sind, begründet auf über 300 Seiten eine Analyse, die dem Leser bei der Lektüre eine Emotionsskala von Grummeln über Wut bis hin zur Schadenfreude garantiert. Denn manchmal erwischt es selbst die Profis kalt, wie etwa am sattsam bekannten Beispiel der EM.TV-Aktie und der Firmenhistorie zu lesen ist.

Die Fantasie der Banker scheint fast unerschöpflich: Raffiniert eingefädelte Rechnungsstellungen für das normale Tagesgeschäft wie etwa Extrakosten für "Eil"-Überweisungen werden genauso durchleuchtet wie moderne Wegelagerei. So langt ein Bankhaus sogar zu, wenn ein Kunde öfter als fünf Mal pro Jahr an den teuer angemieteten, eigenen Safe gehen möchte.

In neun Kapiteln mit griffigen Überschriften wie "Abzocker", "Kredithaie", "Plattmacher" oder "Krisengewinnler" geht die Autorin die verschiedenen Themenkreise an. Beispiele werden zuhauf genannt, ob es ums Tagesgeschäft, die T-Aktie oder die Schuldenkrise in Mexiko geht. Gut lesbar geschrieben offenbart sich ein Blick hinter die Kulissen -- ein Wirtschafts- und Finanzkrimi ohne Fiktion. Und da die Handlung in der aktuellen Wirklichkeit spielt, bleibt dem Leser nach der höchst spannenden Lektüre eigentlich nur eins: Auf der Auszahlung seines Gehaltes in bar zu bestehen und den guten alten Sparstrumpf wieder zu reanimieren. Dann gibt es wenigstens das Gefühl, der Ohnmächtigkeit gegenüber den Finanzhäusern ein kleines Stück weit entronnen zu sein.

Doch auch, wenn das Buch nur dazu führt, gegenüber Banken, ihren Produkten und ihren Preisforderungen kritischer zu sein, hat das Werk seine gute Schuldigkeit getan. Ansatzpunkte zu hartem Hinterfragen werden geliefert -- und vielleicht lässt sich ja doch der eine oder andere Euro vor dem Bankenzugriff retten...--Horst-Joachim Hoffmann-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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