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Wertvolle Bibliothek der erzählenden Literatur
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(REAL NAME)    Rezension bezieht sich auf: Die ZEIT-Bibliothek der 100 Bücher (Broschiert) Schon vor 25 Jahren ergaben Studien zum Leseverhalten, daß moderne Literatur nur noch 11% der Bevölkerung erreicht. Um der als Ursache selbst bei Germanistikstudenten ausgemachten Unfähigkeit zu lesen entgegenzuwirken und den Menschen wieder Spaß zum Lesen und am Lesen zu vermitteln, druckte die ZEIT 2 Jahre lang Woche für Woche literarische wie literaturkritische Kurzbeiträge namhafter Schriftsteller zu 100 Büchern der Weltliteratur (von der Bibel bis zu Cervantes Don Quijote) ab. Diese anspruchsvolle Anthologie ist in dem vorliegenden erstmals im Jahre 1980 erschienenen (2002 neu aufgelegten) Werk zusammengefaßt.

Das 449 Seiten starke Taschenbuch hat losgelöst von der Woge an Literaturempfehlungen der letzten Jahre (z. B. von Marcel Reich-Ranicki, Christiane Zschirnt, David Denby oder Rolf Vollmann) nach wie vor seine volle Berechtigung. Es sagt nichts aus zu Dramen, Gedichten, Sachbüchern oder gar Kriminalromanen, sondern bietet eine Bibliothek der erzählenden Literatur an. Ohne nationale Schranken wird bei aller von der 6-köpfigen Jury eingestandenen Subjektivität eine überaus interessante Auswahl an Schriftstellern aus der ganzen Welt präsentiert, wobei das Verhältnis deutscher Autoren zu ausländischen in etwa 2 zu 3 beträgt. Gleichzeitig wird deren jeweils wichtigstes Werk vorgestellt (eine Ausnahme bilden Goethe und Kafka mit jeweils 2 Werken). Interpretiert werden die Werke überwiegend nicht von beruflichen Rezensenten, sondern von bekannten Schriftstellern wie Golo Mann, Heinrich Böll, Luise Rinser, Ilse Aichinger oder Rudolf Augstein. Das hat den Vorteil, daß der Leser nicht nur eine gediegene Rezension eines Werkes der Weltliteratur erhält, sondern er gewissermaßen nebenbei noch einiges über das Denken und literarische Werk des Rezensenten erfährt.

Fazit : Wer ein Literaturfreund ist und eine repräsentative Auswahl von Jahrhundertwerken nebst Interpretation mit Tiefgang wünscht, ist mit der von Fritz J. Raddatz, dem früheren Feuilletonchef der ZEIT, herausgegebenen ZEIT - Bibliothek der 100 Bücher bestens bedient. Doch Vorsicht, niemand gebe sich Illusionen hin. Das Taschenbuch ist in überschaubarer Zeit zu meistern, die Lektüre der 100 Bücher dagegen ist eine Aufgabe für Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte. Doch manchmal ist eben bereits der Weg das Ziel. Als Trost mag dienen, das vorliegende Buch weist nicht nur den Weg, es erleichtert auch dessen Beschreiten.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 7. März 2003
Kundenrezensionen:
3. Wertvolle Bibliothek der erzählenden Literatur (die aktuell angezeigte Rezension)
2. Gut erhaltenes Spitzenbuch
1. Viel subjektive Bewertung aber kaum konkrete Informationen
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