Crow Jane Alley
von Willy DeVille


 
Rezensionen:
AufCrow Jane Alleymeldet sich Willy deVille mit seinem ersten Studioalbum seit Horse Of A Different Colour im Jahre 1999 zurück. Darauf beweist er, dass er in den vergangenen fünf Jahren nichts an Esprit verloren hat.

Die schlechte Nachricht zuerst: Das allererste Stück "Chieva" ist ausgesprochen unglücklich als Opener für diese ansonsten sehr gelungene CD gewählt. Eine Dissonanz blecherner Klänge und schleppender Rhythmen lassen eher an die tequillageschwängerte Atmosphäre einer After-Gig-Show denken, als an die energiegeladene Rückkehr einer der stilsichersten Jongleure mit Rock-, Blues-, Texmex- und Latinelementen. Producer John Philip Shenale und Willy deVille haben hier keine glückliche Hand bei der Zusammenstellung der Stücke bewiesen, zumal Track Nummer Vier ("My Forever Came Today") und Nummer Fünf ("Crow Jane Alley") mit nahezu identischem Anfang aufwarten. Beinahe könnte man meinen, es handele sich um zwei Versionen ein und desselben Stückes. Ein unnötiger Fauxpas, zumal sich wahrhaftig genügend interessante Musik auf dem Album befindet. Womit wir bei der guten Nachricht wären: Trotz kleiner Schönheitsfehler dürften Willy deVille-Fans mitCrow Jane Alleyvoll auf ihre Kosten kommen. Willy deVille hat sich für sein neues Album einige hochkarätige Gastmusiker gesucht. Der Percussionist Alex Acuña und der Schlagzeuger Joey Waronker sorgen, je nach dem, für notwendigen Drive oder laszive Gelassenheit, und auch das Los Lobos-Mitglied David Hidalgo verleiht dem Album eine charakteristische Note. Highlights aufCrow Jane Alleyist die Version von Brian Ferry?s "Slave to Love", sowie das Stück "Trouble Comin? Everyday In A World Gone Wrong", welches Willy deVille in absoluter Bestform präsentiert. Besinnliche Stücke, wie "Come a little bit closer" und "Won?t Have A Change Of Heart" -gekonnt arrangiert mit Violine, Bläsergruppe und Mandoline - vermitteln vertrautes Cajun-bzw. Country-Feeling zwischen Rock-Gassenhauern wie "Right There Right Then" und erdigem Blues auf "Muddy Waters Rose Out Of The Missisippi Mud". Südstaaten-Flair zu verbreiten, ist auch nach 25 Jahren noch immer Willy deVilles Spezialität, wenn er mit rauchiger Stimme die Geschichte vonCrow Jane Alleyvorträgt.Andreas Schultz

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