Die Neuordnung der Weltpolitik (Broschiert)
von Werner Link


 
Neo-realistische Positionen zur Zukunft der Weltpolitik
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Der Autor geht der Frage nach, welche Konflikte die internationale Politik in den nächsten Jahren prägen. Er beginnt mit der Frage, ob sich das westliche Demokratiemodell mit angeschlossenem Kapitalismus überall durchsetzt oder ob eher eine erneute Differenzierung der politischen Systeme zu erwarten steht. Link tendiert zu letzterer Einschätzung. Seine Begründung entwickelt er historisch, indem Multipolarität als Regelfall herausarbeitet. Dies entspricht seinem Paradigma des Neo-Realismus, das Anarchie zwischen souveränen Staaten annimmt; Kooperation zwischen Staaten ist möglich, wenn ihnen das sinnvoll erscheint, aber eine Tendenz zum Weltstaat ist nicht vorgesehen. Die in den folgenden Kapiteln bearbeiteten Themen - Frieden durch Demokratisierung, kulturelle Konflikte, wirtschaftliche Globalisierung, Entwicklung internationaler Institutionen - werden nur unter dem Gesichtspunkt verhandelt, wie sie die Beziehungen zwischen den Staaten prägen. Das erste Thema verfehlt Link leider: Daß nur knapp ein Drittel der existierenden Staaten Demokratien sind, soll wohl implizieren, daß Systemdifferenzierung zu erwarten ist - wie und warum bleibt unklar. Die These vom &bdquoKampf der Kulturen" schwächt Link dahingehend ab, daß die kulturelle Dimension nur eine untergeordnete Rolle für die Weltpolitik spielt. Sie kann Gruppen von Staaten verbinden, Konflikte werden sich aber so nicht entzünden. In Sachen ökonomische Globalisierung erfolgt zunächst eine Bestandsaufnahme. Link weist nach, daß die ökonomisch starken Staaten die Herausforderung der transnationalen Unternehmen annehmen können - für sie bedeutet Globalisierung hauptsächlich Veränderung ihrer nach innen gerichteten Politiken - nur wirtschaftlich schwache Staaten drohen gegen deren Finanzmacht zu verblassen. Link diagnostiziert zudem einen Trend zur regionalen Blockbildung. Damit ist die Stellung des Territorialstaates gerettet: Durch wirtschaftliche Blockbildung wird lediglich das hergebrachte Konkurrenzverhältnis fortgesetzt. Schließlich behandelt Link die Rolle internationaler Organisationen. Hier steht die Absage an Hoffnungen im Vordergrund, daß UNO und andere Institutionen das Entstehen einer friedlichen und letztlich geeinten Welt versprechen: Sie können lediglich die Interessenkonkurrenz zwischen Staaten kanalisieren und so zu einer kompetitiven Kooperation führen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
Eine Rezension von Rezensentin/Rezensent
vom 11. August 1999
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